FAQ

Seit wann gibt es CliniClowns in Spitälern?

Seit September 1991 gibt es „Lachen rezeptfrei“ im Wiener AKH.

Seit 1995 gibt es dieses Angebot in Oberösterreich.

Und wo überall in Oberösterreich?

Zur Zeit sind wir in elf Spitälern mit insgesamt 34 Stationen: die Landes- Frauen- und Kinderklinik Linz und das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz seit 1995, die Landeskrankenhäuser Steyr seit 1998 und Vöcklabruck seit 2002, das Allgemeine Krankenhaus Linz seit 2004, das Klinikum Wels-Grieskirchen in Wels seit 2007 und in Grieskirchen seit 2008, das Landeskrankenhaus Gmunden seit 2007, das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried seit 2008 und seit 2010 im Landeskrankenhaus Kirchdorf und ab 2012 regelmäßig das Krankenhaus St. Josef in Braunau. 
Darüber hinaus besuchen die CliniClowns auch ein Alters und Pflegeheim seit 2007 sowie als Projekt auf Anfrage chronisch kranke Kinder zu Hause.

Was bewirkt Lachen?

Die medizinische Wirkung von Humor und Lachen ist schwer messbar. Dennoch beschleunigt eine fröhliche Umgebung spürbar den Heilungsprozess. (Laut einer Studie der Universität Stanford werden die überraschendsten Erfolge der Lachtherapie bei chronisch kranken Schmerzpatienten durch gezielt eingesetztes Lachtraining erzielt.)
Denn:

  • Lachen verändert die Einstellung zum Schmerz,
  • Lachen beschleunigt den Herzschlag und aktiviert den Kreislauf,
  • Lachen vermehrt die Immunglobulin-Antikörper und sorgt so für eine bessere Immunabwehr,
  • Lachen fördert das richtige Atmen,
  • Lachen verstärkt die Bewegung des Zwerchfells, was wiederum die inneren Organe massiert und die Verdauung fördert,
  • Lachen ändert die Stimmungslage und gibt neuen Mut,
  • Lachen steigert den Sauerstoffgehalt im Blut und erweitert das Lungenvolumen,
  • Lachen vertreibt Angst,
  • Lachen baut seelische Blockaden ab und bricht eingefahrene Denkmuster auf,
  • Lachen hebt die Lebensqualität
  • Lachen schafft auch Atmosphäre, in welcher Schwieriges leichter wird.

Wie kann ich helfen?

Indem Sie bei der Frage nach Spendenwidmung an uns denken und weiterempfehlen. Zum Beispiel kann man eine Weihnachtsspende in Lachen verwandeln, oder den Erlös eines Flohmarktes in magische Momente umsetzen.Sie können auch durch die aktive Unterstützung bei Veranstaltungen helfen, durchs Weitersagen von den tollen Leistungen und natürlich durch Spenden auf das KtoNr. 207 200 bei der Sparkasse Oberösterreich BLZ 20320 (BIC ASPKAT2LXXX; IBAN AT532032000000207200)
oder auf das KtoNr. 888 883 bei der Hypo Oberösterreich BLZ 54000.

Ihr seid Ärzte?

Richtig ist: Kindergärtnerin, Schauspielerin und Schauspieler, Lehrer, Mototherapeut, Medizinisch-technische Assistentin, Magistratsbedienstete, Koch, Psychologinnen, Kabarettist, … und nur rein zufällig kein Arzt/keine Ärztin.

Wer sind die Clowns?

Die CliniClowns sind in einem Hearing "Clownition" ausgewählte Menschen mit Clownspotential, die kranken Menschen, vor allem Kindern, großes Verständnis entgegenbringen und die für diese Situation in ihrem Clownsein speziell geschult werden.
In Oberösterreich sind derzeit Dr. Murx, Dr. Ultraschmal, Dr. Stanislausa, Dr. Kribbelix, Dr. Penizilini, Dr. Fascherl, Dr. Hollero, Dr. Sommer Sprossi, Dr. Larifari, Dr. Pflasterl, Dr. Salmonelli, Dr. Drüse, Dr. Wunderlich, Dr. Strudel und Dr. Pinzetto, Dr. Rosa, Dr. Superschnell, Dr. Fröhlich, Dr. Sowieso, Dr. Kapperl, Dr. Ratlos und Dr. Krankenschein im Einsatz.

Ihr macht das ehrenamtlich oder lebt ihr davon?

Für die Visite, also die Hinfahrt, Vorbesprechung, die Visite selbst, Nachbesprechung und Heimfahrt (das sind insgesamt bis zu 6 Stunden) bekommt ein Clown eine Aufwandsentschädigung. Im Jahr sind es etwa 300 Stunden, die jeder Clown für sein Engagement aufbringt. Dazu zählen neben den Visiten: Besprechungen, Vor- u. Nachbereitung, Trainings, Fortbildungen, die ein Clown unbezahlt leistet. Der Clown muss selbst Sozialversicherung und natürlich Steuern zahlen. Wird er krank, bekommt er kein Geld und auch kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld!
Man kann also nicht davon leben (oder seine Familie ernähren).

Zahlen die Spitäler dafür?

Alle Spitäler stellen uns Räumlichkeiten (z.B. zum Umziehen, zu den Trainings) zur Verfügung, einige helfen darüber hinaus mit einer finanziellen Unterstützung.

Ihr seid also ein Verein?

Genauer: Die CliniClowns OÖ. ist ein Bereich des Vereines für prophylaktische Gesundheitsarbeit (PGA). Der PGA ist von CliniClowns Austria beauftragt worden, die Tätigkeit der CliniClown in OÖ zu ermöglichen und umzusetzen (z.B. durch Spendensammeln, organisatorische Aufgaben, ...). Zum PGA gehören auch die Zahngesundheitsförderung, eine Akademie, das Frauengesundheitszentrum Wels und vieles mehr.

Ihr schwimmt ja im Geld, gell!

Leider nein! Wir finanzieren unser Tun und Wirken zu 75% von Spenden und Sponsorgeldern. Gesamtbudget: ca. 300.000,- Euro für 2010. Da sind die Honorare & Fahrtkosten der Clowns und Trainer, die Werbung, die Mailings, die Supervisionen, die Gehälter, die kleinen Geschenke für die Kinder, die Miete und ..., da ist alles drinnen. Mit diesem Budget schaffen wir in der uns auferlegten Qualität derzeit 10 Krankenhäuser.

Wie sehen die Visiten bei der CliniClowns OÖ aus?

Ablauf der Lachvisiten der CliniClowns Oberösterreich (PDF, 483 KB)

In der Clownvisite schenken wir Ablenkung, Leichtigkeit und laden zum Spielen ein. In schwierigen Situationen eröffnen wir neue, ungewohnte Perspektiven. Wir stimmen die Seele positiv und unterstützen so die Heilung. (aus dem Leitbild)

Verzaubern in eine andere Welt.

Vorab
Es macht natürlich einen Unterschied

  • ob Kinder oder Erwachsene besucht werden oder wie alt das besuchte Kind ist
  • ob jemand schlecht oder gar nicht hört, wie ansteckend oder erschöpfend die Krankheit ist
  • ob jemand ein paar Tage oder sehr lange schon von zuhause fort ist ….

Daher besprechen wir uns in Zivil mit dem Personal der Station. Am Stützpunkt notieren wir die Zimmernummer, Vorname, Alter und erhalten diese für unseren Besuch besonderen Informationen.

Dazu gehört auch schon mal, dass ein uns bekannter Patient verstorben ist oder dass ein Patient heute keinen Besuch will oder dass wir uns beeilen sollen, weil Patienten mit dem Heimgehen noch warten, weil sie von uns besucht werden wollen. Mit all diesen Informationen machen wir uns auf den Weg zu unseren ungewöhnlichen Umkleideräumen – den Stationsbädern, Lagern, Ambulanzräumen und dem Ausgussraum.

Informationen werden nur für die Gestaltung der Visite notiert

Verwandlung
Nach einer gemeinsamen Einstimmung auf die aktuelle Situation unserer Patienten, dem Anziehen des Kostüms und dem Schminken, ist das Aufsetzen der Nase der Moment der Verwandlung. Aus Günter Sichart wird Dr. Maximilian Murx, aus Roland Penzinger Dr. Antonio Penizilini, aus Birgit Schwamberger Dr. Doris Drüse, aus Sabine Sandberger wird Dr. Stella Stanislausa, aus Margit Bauer-Öppinger wird Dr. Salome Salmonelli,….alle zu Experten auf ihrem Gebiet.

Ein kleines Startspiel oder ein kurzes gemeinsames Lied, ist der Auftakt der Lachvisite. Bei all der Vorbereitung treffen sich die Clowns oft bis zu einer Stunde vor Beginn der Lachvisite.
Und los geht`s.

Visite
Der Zeitpunkt der Lachvisite ist mit jedem Haus individuell abgestimmt, bisher aber in allen Einrichtungen am Nachmittag, das heißt wir besuchen auch die Besucher. Als Frau und Herr Doktoren, Doppeldoktoren oder gar Professoren sind die CliniClowns dann unterwegs am Gang und in den Zimmern.

Regelmäßig werden wir bei unseren Lachvisiten auch von unserem künstlerischen Leiter begleitet, denn so besondere Situationen und Fähigkeiten brauchen auch ein besonderes Training.

Neugierig sind manchmal auch Spender und Spenderinnen, die miterleben möchten, wie ihr Geld zu Lachen wird, aber auch die Medien und Lachforscher und CliniClownsNachwuchs.

Verabschieden
tun wir uns erst, wenn alle Patienten besucht wurden.


Zumeist ist es dann schon Essenszeit, und das ist natürlich hart für uns. Sehr oft aber werden wir von den Schwestern dann bei unserer gemeinsamen Nachbesprechung in zivil mit Kaffee und Essbarem verwöhnt.

Ohne Clownsnase natürlich machen wir uns auf die Heimfahrt.

Wie wird man CliniClown?

Durch eine sorgfältige Erstausbildung und kontinuierliche Trainingsprogramme sichern wir unsere wichtigsten Fähigkeiten: Neugier, Menschenliebe, Feingefühl, Beobachtungsgabe, Improvisationstalent. (Aus dem Leitbild 2008)

Interessierte bewerben sich mit einem Lebenslauf, einer Motivationserläuterung und einer Auflistung der Ausbildung(en) und Hobbies. Von Vorteil (aber nicht Voraussetzung) sind:

  • Empathie (Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer zu versetzen)
  • clowneske Fähigkeiten
  • Talent zur Improvisation
  • Kommunikationsfähigkeit
  • soziales Engagement
  • Teamfähigkeit

Wenn Bedarf besteht und die Finanzierung gesichert ist, dann laden wir ausgehend von der Interessentinnenliste zu einem Workshop mit dem künstl. Leiter der CliniClowns OÖ (Hubertus Zorell). Hierbei sieht Hubertus schon, wie lange Einzelne vermutlich zur Findung und Entwicklung ihrer Clownsfigur brauchen werden. Für jene, wo der zeitliche Horizont dieser Arbeit im Rahmen bleibt, beginnt der erste von drei Abschnitten:

Abschnitt 1: Die Clownfigur, Dauer etwa 6 Monate
In zwei oder drei dreitägigen Kursen wird an der eigenen Clownfigur gearbeitet. Verteilt über drei bis sechs Monate bietet Hubertus für die BewerberInnen diese Trainings an. Etwa 6 Stunden am Tag, also insgesamt 18 Stunden.
Danach heißt es: weiterkommen, noch mal einen Kurs bei Hubertus oder es hat leider nicht gereicht. Wer weiter kommt ist im zweiten Abschnitt:

Abschnitt 2: Die Mentorphase, Dauer etwa 3 Monate
Ein ausgesuchter „AltClown“ ist 3 Mal Partner in Lachvisiten. Die Verantwortung liegt allein bei dem Altclown, doch ist die/der BewerberIn aufgefordert, sich ins Spiel bestmöglich einzubringen. Nach jedem Termin gibt es eine Nachbesprechung, wo der Mentor seinem Schützling rückmeldet, was gepasst hat und was nicht.
Und 3 PR-Auftritte sind zu absolvieren.

Eine vierte Visite geht der Schützling mit einem anderen Altclown und der Mentor (in Zivil) begleitet beide. Auch hier liegt die Verantwortung wieder beim Altclown und auch hier gibt es eine Nachbesprechung, zunächst zwischen den beiden Clowns, und dann meldet der Mentor zurück.

Nach einer gemeinsamen Besprechung mit Mentor, künstlerischer Leitung und Leitung heißt es: weiterkommen, Abschnitt 2 verlängern (vielleicht mit anderem Mentor) oder es hat leider nicht gereicht.

Abschnitt 3: Die Juniorzeit, Dauer etwa 18 Monate
In dieser Phase geht jede/r - mittlerweile zum Juniorclown gewordene – mit jedem Altclown in jedem Krankenhaus. Dazu wird man für 2 bis 3 Monate einem Krankenhaus zugeteilt. Jeder Altclown gibt eine schriftliche Rückmeldung an den Juniorclown.

Nach der Hälfte der Zeit wird eine „Probeabstimmung“ unter den Clowns gemacht, ob der Junior aufgenommen werden würde. Diese Rückmeldung zeigt dem Junior, ob der Weg passt.
Natürlich sind die Junioren auch in die Trainings der Altclowns eingeladen bzw. eingebunden, sodass die Clowns, auch wenn Sie noch keine Visite gemeinsam hatten, doch durch die Trainings die Clownsfiguren kennen.

Auch nach dieser Phase kann es heißen: du bist raus, du mußt die Phase verlängern oder du bist einer von den

CliniClowns Oberösterreich

 

 

Wie spät ist es?

Es ist jetzt genau Zeit zum Lachen oder Spenden oder beides!